Allgemeines zur Harzverpressung

Risse in Baukörpern können vielfältige Ursachen und Auswirkungen haben. Sie führen oft zum Verlust oder zur Einschränkung der Bauwerksfunktion.

Je nach Auswirkung - Verlust der statischen Festigkeit, oder "nur" Undichtigkeit des Bauwerkes - und Ursache (Gebäudesetzung, Schwindrisse, sog. Arbeitsfugen etc.) muss bei der Rissreparatur das Verfahren und Material ausgewählt werden.

Seit mehr als 35 Jahren hat sich das Verpressen von Rissen mit Reaktions-Kunstharzen bewährt.

Als Kunstharze finden fast ausschließlich lösemittelfreie Zweikomponenten-Epoxid-Harzsysteme Verwendung, die durch entsprechende Modifizierung auf die jeweiligen Bedürfnisse eingestellt sind. Durch Auswahl der Verpressmethode (Niederdruck- oder Hochdruckverpressung) und des HARZ-Systems ist es möglich, die unterschiedlichsten Ergebnisse zu erzielen.

Kunstharz-Systeme gibt es für kraftschlüssigen oder elastischen Verbund, mit Haftung an trockenen, nassen oder hydrophobierten Baustoffen, mit niedriger, mittlerer und hoher Viskosität. Einige Harz-Typen widerstehen Temperaturen bis 80° C bei Zugscherfestigkeiten von 16-28 N/mm2, andere Typen ermöglichen eine Rissverpressung bei drückendem, fließenden Wasser. Der Fachmann entscheidet vor Ort, welches Harzsystem und Injektionsverfahren im Einzelfall zur Anwendung kommt.

Injektion gegen drückendes Wasser

Eine häufige Anwendung ist die Kunstharz-Injektion zur Abdichtung von Bauwerken gegen drückendes Wasser. Die Gründe für diese Maßnahme sind vielfältig. Stellvertretend für diese Vielfalt sollen nachfolgend drei Beispiele skizziert werden.

Ist bei einer Beton-Wannenkonstruktion die Arbeitsfuge zwischen der Bodenplatte und der aufstehenden Wand nicht durch ein - in den Betonkörper eingegossenes - Fugenband (Bild 1), oder eine andere Maßnahme abgedichtet worden, dann führt das bei drückendem Wasser (Stauwasser) zum Wasserfluss durch die Arbeitsfuge.

Bild 1

Eine derartige Arbeitsfuge kann nachträglich, selbst gegen drückendes Wasser durch eine Kunstharz-Injektion, abgedichtet werden (Bild 2). Die Betonkörper werden hierbei durch Verpressen der Arbeitsfuge miteinander verklebt.

Bild 2

Üblicherweise werden für diesen Einsatzzweck elastische Harzsysteme verwendet. Falls es aus Gründen der statischen Festigkeit erforderlich sein sollte, kann selbstverständlich durch die Anwendung eines entsprechenden Kunstharz-Systems ein kraftschlüssiger Verbund erreicht werden.

Die Auswahl des Harzsystems ist im Wesentlichen davon abhängig, ob im Arbeitsfugenbereich (geringe) Bewegungen der Baukörper zu erwarten sind und ob es sinnvoll ist, diese Bewegungen zuzulassen, oder nicht.

Die im Bild 2 gezeigte Verpressung der Bodenanschlussfuge gilt sinngemäß auch für senkrechte oder schräg verlaufende Arbeitsfugen, nachträglich entstandene Schwind- oder Setzrisse und durch mechanische Überlastung entstandenen Betonbruch (z.B. Maschinenfundamente usw.).

Auch die Probleme drückenden Wassers, durch gemauerte Baukörper, können durch Kunstharz-Injektionen beseitigt werden (Bild 3), da der Wasserdurchfluss auf kleinste oder auch größere zusammenhängende Hohlräume zurückzuführen ist, die Kanäle bilden. Es handelt sich hier also nicht um Risse, sondern um "eingebaute" Fehler. Durch das Verfüllen der "Kanäle" mit Kunstharzen wird der Wasserdurchfluss unterbunden. Sinngemäß gilt das für die Rissverpressung von Beton Gesagte auch für gemauerte Baukörper.

Bild 3

Falls die Steine des Mauerwerkes selbst porös sind, muss man jedoch beachten, dass selbst das dünnflüssigste lösemittelfreie Harzsystem immer noch zu dickflüssig ist, um in die natürlichen Poren des Steinmaterials einzudringen. In diesen Fällen muss unbedingt eine sogenannte Kombinationssperre erstellt werden

Verbundpacker

Handhabung und Verpressung wie beim bewährtem Bohrlochpacker.

Der überzeugende Vorteil: Das Druckstück (vorderer Teil) kann ohne Druckverlust nach der Injektage entfernt werden, das Bohrloch kann sofort wieder verschlossen werden.

Das bedeutet: weniger Zeitaufwand, weniger Lohnkosten. Das Druckstück ist bei guter Reinigung mehr als 5x wiederverwendbar. Wegen der unterschiedlichen Länge der Druckstücke ist ein Tiefersetzen des Packers einfach.

Der Verbundpacker ist nachspannbar (im Gegensatz zum Schlagpacker), dadurch keine Unterbrechung des Injektionsvorgangs.

Hinweise

Die hier dargestellten Informationen können und sollen aus der Vielfalt der möglichen Anwendungen nur einige Beispiele aufzeigen.

Aus diesem Grund ist es auch nicht möglich, im Rahmen dieser Präsentation erschöpfende Auskunft über die praktische Handhabung und Arbeitsdurchführung zu geben.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass der Baukörper stets so angebohrt wird, dass die Bohrung den Riss in einer gewissen Tiefe des Baukörpers schneidet, um von diesem Punkt aus die Harzverteilung im Riss - unter Druck - vorzunehmen.

Als Hilfsmittel für den druckdichten Anschluss der Druckpumpe (Verpressgerät) werden sogenannte Packer in den Bohrlöchern druckfest verankert. Durch diese, mit Rückschlagventilen versehenen Packer, wird das Kunstharz (Harz/Härter-Gemisch) in den Baukörper gepresst.

Die Tiefe, Lage, sowie der Durchmesser der Bohrungen werden auf die örtlichen Bedürfnisse und die Größe der verwendeten Packer abgestimmt. Das gilt auch für die Auswahl der Packerart. Es gibt Schlag-, Klebeplatten-, Kleberöhrchen- und Schraubpacker, die für die Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten in ihrer Form, Größe und Materialbeschaffenheit noch entsprechende Varianten zeigen.

Der Menüpunkt Verbundpacker zeigt Schraubpacker in der Modifikation des normalen Bohrlochpackers und des Versenkverbundpackers.

Selbst diese Schraubpacker gibt es in unterschiedlichen Längen. Die Hochdruckinjektion verlangt längere, fester sitzende Gummidichtungen. Als Materialien werden Normalstahl verzinkt, rostfreier Edelstahl oder Kunststoffe verwendet.

Wir verpressen nicht nur vorhandene Risse oder Hohlräume, sondern wir beraten Sie und berechnen oder entwickeln auch eventuell notwendige, begleitende Maßnahmen.

Wegen der Vielzahl der Möglichkeiten fragen Sie bitte im Bedarfsfall unsere Spezialisten.